Mikrocontroller im Accesspoint-Modus vernetzen



Ziele des Projekts

  • zwei Mikro­con­trol­ler unab­hän­gig von einem bestehen­den Rou­ter in einem eigen­stän­di­gen WLAN-Netz betrei­ben
  • mit belie­bi­gen Tem­pe­ra­tur­sen­so­ren (hier DHT11/DHT22) an zwei ver­schie­de­nen Orten Tem­pe­ra­tur und Luft­feuch­tig­keit mes­sen
  • die ermit­tel­ten Mess­wer­te in einem Web­brow­ser anzei­gen

Benötigte Bauteile

  • ESP32-Mikro­con­trol­ler oder ESP8266-Mikro­con­trol­ler in belie­bi­ger Kom­bi­na­ti­on
  • DHT11/DHT22 Tem­pe­ra­tur­sen­so­ren
  • Lei­tungs­dräh­te

Konfiguration der Mikrocontroller

Accesspoint-Modus (AP-Modus)

Beim AP-Modus bau­en die ESPs ein vom hei­mi­schen Rou­ter unab­hän­gi­ges eigen­stän­di­ges Netz auf. Neben dem Namen des Rou­ters und dem Pass­wort musst du dem ESP eini­ge Daten mit­tei­len:

Der Name des Rou­ters und das Pass­wort sind frei wähl­bar, aller­dings muss das Pass­wort min­des­tens 8 Zei­chen haben.

ip legt die sta­ti­sche IP-Adres­se fest.
gate­way ist das Gerät – in die­sem Fall der ESP selbst – das die Kom­mu­ni­ka­ti­on der ver­bun­de­nen Gerä­te (der Kli­en­ten) unter­ein­an­der regelt.
sub­net ist der Adress­be­reich der zuge­las­se­nen IP-Adres­sen. 255 bedeu­tet, dass die­ser Bereich jeweils unver­än­der­lich ist, 0 am Ende heißt, dass die IP-Adres­sen varia­bel sind. Da die ers­te und die letz­te IP-Adres­se aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den nicht ver­ge­ben wer­den darf, blei­ben 254 IP-Adres­sen (192.168.4.1 bis 192.168.4.254).
Die neue­re Schreib­wei­se ist übri­gens in die­sem Fall 192.168.4/24.

Beach­te, dass die Zah­len­blö­cke der IP-Adres­sen durch Kom­ma­ta getrennt wer­den müs­sen.

Alle IP-Adres­sen, die mit 192.168. begin­nen, sind als pri­vat fest­ge­legt, sie dür­fen im Inter­net nicht ver­wen­det wer­den. Die nächs­te Zif­fer (4) bezeich­net das Sub­netz. Hier sind maxi­mal 256 Sub­net­ze (192.168.0 bis 192.168.255) mög­lich. Die letz­te Zif­fer (1) ist die kon­kre­te IP-Adres­se des Geräts.

ip und gate­way müs­sen gleich sein!
Du darfst kein Sub­netz ver­wen­den, das der Rou­ter für DHCP ver­wen­det.

Du kannst dir mit einem Werk­zeug einen Über­blick über die im pri­va­ten Netz vor­han­de­nen Gerä­te ver­schaf­fen und anhand der ange­zeig­ten IP-Adres­sen das vom Rou­ter für DHCP ver­wen­de­te Sub­netz her­aus­fin­den.

  • Win­dows:
    Ein­ga­be­auf­for­de­rung (cmd) öff­nen
    arp -n
  • Linux:
    Kon­so­le öff­nen
    arp -n zeigt alle über Ether­net ver­bun­de­nen Gerä­te
    arp-scan –local­net zeigt alle über WiFi und Ether­net ver­bun­de­nen Gerä­te
    (arp-scan muss even­tu­ell über die Paket­ver­wal­tung instal­liert wer­den)

Pro­gramm zum Auf­bau des Net­zes

Ein Smart­phone sucht über das mobi­le Netz im Inter­net nach der IP-Adres­se des ESP­Ser­vers (192.168.4.1). Da kein DNS-Ser­ver erreich­bar ist, kann die Sei­te nicht ange­zeigt wer­den. Ver­wen­de statt­des­sen
http://192.168.4.1

Aufbau des AP-Netzes

Als Kli­en­ten kön­nen alle WLAN-fähi­gen Gerä­te ver­wen­det wer­den.

Das Schau­bild zeigt den Auf­bau des Net­zes und die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Gerä­te unter­ein­an­der. Ich habe einen ESP32-WROOM gewählt, du kannst aber auch eine belie­bi­ge Kom­bi­na­ti­on von ESP32 oder ESP8266-Mikro­con­trol­lern ver­wen­den.
Der Mikro­con­trol­ler mit der IP 192.168.4.1 baut das WLAN-Netz auf und erhebt gleich­zei­tig auch Daten für Tem­pe­ra­tur und Luft­feuch­tig­keit. Der zwei­te Mikro­con­trol­ler (Host) misst eben­falls Tem­pe­ra­tur und Luft­feuch­tig­keit. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den fragt der Ser­ver sei­ne eige­nen Daten und die des Hosts ab. Die Kli­en­ten zei­gen die Daten auf der Web­sei­te an.

Manuelle Konfiguration des Klienten

Den Kli­en­ten wer­den kei­ne IP-Adres­sen auto­ma­tisch zuge­teilt. Daher muss die Kon­fi­gu­ra­ti­on hän­disch erle­digt wer­den.
Zunächst musst du das als „ESP­Ser­ver“ ange­zeig­te WLAN aus­wäh­len und anschlie­ßend die Kon­fi­gu­ra­ti­on anpas­sen.

Wenn du meh­re­re Kli­en­ten ver­wen­den willst, musst du jeweils eine ande­re IP-Adres­se ver­wen­den (z. B. 192.168.4.5). Die Adres­se des Rou­ters bleibt unver­än­dert.

iOS

Android

Win­dows 10

ESP als Server und Klient

Ein ESP soll als Ser­ver die Daten des ande­ren ESP ein­sam­meln und gleich­zei­tig als Kli­ent eben­falls Tem­pe­ra­tur und Luft­feuch­tig­keit mes­sen.
Daher wird für die IP-Adres­se und das Gate­way die glei­che IP-Adres­se ver­wen­det.

Dar­stel­lung der GET-Anfra­ge im Seri­el­len Moni­tor

ESP als Host


Quellen


Letzte Aktualisierung: Jan. 2, 2026 @ 12:13

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